Bafin Präsident stuft viele Banken als nicht überlebensfähig ein
Gerade erst sorgten die Meldungen rund um die niederländische Privatbank DSB für zahllose Schlagzeilen in der Finanzpresse. Die Bank musste unerwartet Insolvenz anmelden, weil die Kundschaft massive Rückforderungen der eigenen Einlagen bei der Bank angemeldet hatten.
Innerhalb von nur 12 Tagen entzogen die einstigen Kunden der DSB Bank knapp 600 Millionen Euro Kapital. Zuviel, um weiter existieren zu können in der kritischen Phase der Bankenkrise. Doch nicht nur die niederländische Bank steht am Scheideweg.
Jochen Sanio, seines Zeichens Präsident der deutschen Bankenaufsicht Bafin, äußerte nun Bedenken, dass nicht für jede deutsche Bank wirklich Hoffnung auf einen Fortbestand in den kommenden Jahren bestehen kann und wird.
Sanio zweifelt an der Überlebensfähigkeit bei etlichen Kreditinstituten, die keine ausreichenden Refinanzierungs-Konzepte vorlegen können, auch fehle es grundsätzlich bei etlichen Banken an Geschäftsmodellen, die langfristig für ein Funktionieren garantieren können. Sanio spricht diesbezüglich aus, was sich viele nicht zu sagen trauen:
Er sehe für die deutsche Bankenbranche durchaus nicht unerhebliche Überkapazitäten, die nun infolge der Krise allmählich wegfallen könnten. Viele Banken wären – wie die Krise gezeigt habe – bereits gezwungen gewesen, ausbleibende gute Inlands-Ergebnisse durch hochspekulative Auslandsgeschäfte auszugleichen.
Sanio bezieht sich mit seiner Kritik nicht zuletzt auch auf die Möglichkeiten der Zusammenlegung von Landesbanken, die ihrerseits die Krise in vielen Fällen nur schwer angeschlagen überstanden haben. Der Bafin-Präsident fordert nun die Abwicklung so genannter nicht überlebensfähiger Banken durch den SoFFin als ausgebaute Behörde mit stärkeren Befugnissen.
