Bald Festgeld-TÜV vom Gesetzgeber?
Natürlich geht es dem Bundesvorsitzenden der Sozialdemokraten, Franz Müntefering, keinesfalls ausschließlich um eine Kontrollinstanz für Investitionen in Form von Festgeld-Modellen.
Dem Politiker geht es eher grundsätzlich um die Überlegung, eine Art Qualitätssiegel zu schaffen, das für alle Geldanlagen wie eben Festgeld, Tagesgeld, Wertpapiere aber auch die Zertifikate – gerade diese haben viele Verbraucher beispielsweise im Falle der Bank Lehman Brothers Großteile ihres Kapitals gekostet – gelten soll.
Das Siegel soll als Kennzeichnung für die Anleger mehr Sicherheit bringen bzw. vor allem Auskunft darüber erteilen, welche Risiken wirklich mit bestimmten Investitionsmöglichkeiten verknüpft sind. Damit spricht Müntefering in der ersten Phase des Wahlkampfes so manchem Anleger aus der Seele.
Entscheidet sich der Anleger für geringe Investitionsrisiken und kommt es dabei zum unvorhergesehenen Schwierigkeiten, müsse der Verkäufer oder das Institut auch für Schäden haften. So soll in Zukunft gesichert werden, dass Anlageberater unerfahrenen Anlegern nicht mehr nur Produkte um des Verkaufens Willen ans Herz legen, sondern sich ihrer Verpflichtung bewusst sind.
Am Ende kommt jedoch die Ernüchterung. Denn der Politiker weiß selbst nicht, ob eine solche Regelung per Gesetz überhaupt realisierbar sein kann. Zum Glück kennen die Anleger beim Festgeld die Risiken ganz genau. Hauptsache, die investierten Gelder sind über die Einlagensicherung bei der Bank geschützt!
