Commerzbank-Vorstand fordert Umdenken bei Beratung
Lange Zeit wurde aus der Politik und den Interessenverbänden kritisiert, dass die Banken sich nur in den seltensten Fällen in der Krise überhaupt einer Schuld bewusst sind und diese auch eingestehen.
Nun mehren sich die Meldungen aus dem Umfeld der großen deutschen Banken, die zwar nicht direkte Schuldeingeständnisse sind, aber dennoch ein Umdenken erkennen lassen. Einer der Kritiker des bisherigen Bankenverhaltens ist der Privat- und Geschäftskunden-Vorstand Achim Kassow der Commerzbank.
Mit wenigen Worten bringt der Experte das bisherige Verhalten der Banken auf den Punkt. So habe in den letzten Jahren weniger eine Beratung zum Anlageverhalten selbst stattgefunden als eine Orientierung an der Rendite. Die Kunden wollen jedoch, so Kassow, grundsätzlichere Beratung, bevor sie sich zu Investitionen entscheiden.
Die Krise habe vor allem dazu geführt, dass gerade die Kunden aus dem Privatsektor derzeit nicht die notwendige Neuaufstellung ihrer Geldanlagen vornehmen. Aus der nicht unbedingt geringen Schuld der Banken – und somit auch der Commerzbank – macht der Vorstand keinen Hehl.
Seiner Bank konnten die Krise, die Fusion mit der Dresdner Bank und eine finanzielle Beteiligung durch den Bund allerdings keinen Schaden zuführen. Als Stütze des Bankensystems hält Kassow für die Zukunft eine Art TÜV für Finanzdienstleistungen für durchaus sinnvoll.
