Deutsche Privatbanken wollen Hilfen – keiner will den ersten Schritt allein gehen
Nachdem das Rettungspaket lange Zeit nicht in Anspruch genommen wurde, zeichnet sich jetzt ab, dass einige Privatbanken wohl gemeinsam den Schritt wagen wollen. Die Regierung nährte entsprechende Erwartungen im “Handelsblatt”.
Grund für die Zurückhaltung einzelner Institute ist nach Schätzungen von Experten vor allem die Medienwirksamkeit, die so ein Schritt mit sich brächte. Es herrscht offenbar die allgemeine Angst, dass ein Institut als Problemfall gebrandmarkt wäre, wenn es staatliche Hilfen aus dem Rettungspaket in Anspruch nehmen würde. Martin Jäger, Finanzexperte beim Institut der deutschen Wirtschaft, nannte die Situation ein klassisches Gefangenendilemma.
Vor allem die Kreditgarantien des Staates sind nach Meinung von Jäger äußerst wichtig, weil sie den Interbankenhandel wieder ankurbeln könnten, der fast vollständig versiegt ist. Allerdings habe die Politik einige Fehler begangen, denn die harten Auflagen hätten viele Privatbanken eher verschreckt. Auch die Argumentation in Bezug auf die Managergier habe dazu beigetragen, dass ein Bankchef, der jetzt staatliche Hilfen in Anspruch nähme, sofort ein Stigma trage.
Verschiedene Privatbanken haben sich jetzt jedoch vorsichtig optimistisch gezeigt, dass eine gemeinsame Lösung der privaten Institute möglich ist. Das wäre der Weg aus der Krise und würde neues Vertrauen in das Finanzsystem bringen, welches für den lebenswichtig Interbankenhandel unabdingbar ist.
