DSW macht Besitzern von Lehman Brothers Zertifikaten Mut
Die Pleite der US-Bank Lehman Brothers hatte auch in Deutschland drastische Spuren bei den Anlegern hinterlassen.
Bei vielen Banken waren den Verbrauchern die hochriskanten Zertifikate der Investmentbank als vermeintliche sichere Investitionsmöglichkeit mit guten Renditeaussichten angepriesen worden, als echte Alternative zu Geldanlagen wie Festgeld.
Das Ende der Geschichte ist längst hinlänglich bekannt: Die Bank ging in die Insolvenz, bis heute – etwa ein Jahr nach dem Zusammenbruch – stehen Schadenansprüche aufgrund der unzureichenden Beratung für viele Anleger auf der Kippe.
Denn vielfach war bisher die Rede davon, dass längst nicht alle Anleger ihre Einlagen zurückerhalten könnten. Doch bei der DSW, der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz, macht man den deutschen Anlegern nun erneut Hoffnung.
Dort geht man davon aus, dass nur etwa für ein Fünftel der Investoren mit Lehman Brothers-Zertifikaten leer ausgehen würden. Für vier von zehn Anlegern sieht die DSW gute Chancen auf Schadenersatzanspruch. Dabei bleiben nach wie vor Tausende Anleger übrig, für die man derzeit keine klaren Aussagen treffen kann.
Optimistisch sieht man die Lage deshalb, weil die Gerichtsurteile der vergangenen Wochen grundsätzlich eine Stärkung der Anlegerposition zum Inhalt hatten. So etwa das Urteil des Bundesgerichtshofes, dass erneut eindeutig festlegte, dass Banken Kunden im Verlaufe der Beratung über den Verdienst der Bank durch den Verkauf aufklären müssen.
Hierbei geht es nicht zuletzt um die Kickbacks – die Provisionen, die schnell einige Prozent des angelegten Kapitals ausmachen können.
Im Februar 2007 bekam ich meine Lebensversicherungen im Gesamtwert von 1,3 Mio ausgezahlt. Da ich selbstständig war und keine Rentenansprüche habe, ist mir vor ca 40 Jahren geraten w2orden, aus meinen Verdiensten meine Altersversorgung anzusparen. Mit 65 verkaufte ich meine Firma und beauftragte die Dresdner Bank, meine Versicherungsgelder sicher und konservativ anzulegen. Vorallem mit absolutem Kapitalerhalt. Die vorhandenen Wertpapiere wurden umgewandelt und das Versicherungsgeld nach Abzug der Steuern in ein Depot umgewandelt. Nach vielen Gesprächen hatte ich das Vertrauen, dass hier verantwortlich und vertrauensvoll gehandelt wurde, Allerdings wusste ich nicht genau, was Euro 200,000.– Global Certificates waren. Auf Nachfrage versicherte man mir, dass dies ein Immobilien Fonds sei, der Weltweit agiere und dessen Bonität ständig überprüft werde. Von eine Lehmann Anleihe wurde mir nichts gesagt. Erst als die Abrechnung kamm, las ich den Namen Lehmann zum ersten Mal. Als dann der Wert nach einem Jahr auf ca. Euro 138.000.– abrutschte stellte ich meinen Berater der Dresdner Bank ernsthaft zur Rede. Er versicherte mir aber nachhaltig, dass ich hier keinerlei Bedenken haben müsste, denn am Ende der Laufzeit bekämme ich dass eingezahlte Kapital zu 100% garantiert zurück plus Zinzen. Nur der Bonus könne unter Umständen gefährdet sein. Ich wollte trotzdem verkaufen und sichere Bundesschätze kaufen. Der Berater rügte mich mit den Worten und sagte dies sei ein völlig unkaufmännisches Handeln und wies mein Verlangen zurück, sodass es nicht zum Verkauf kam. Am 15.9. dann die Nachricht, dass die Papiere wertlos seien. Ich vermutete, dass ich hier nur wegen einer hohen Provision so beraten wurde und klagte auf Auskunft wegen dieser Vermutung.
Die Richterin wies mein Verlangen zurück und ich hatte nur Kosten. Was kann ich denn noch tun? Eine Klage wegen Schadensersatz kostet um die 60.000.– Euro Ein Jammer, dass sich hier das Gesetz nicht besser um den Verbraucher kümmert. Ich unterstelle hier eine organisierte Fehlberatung der Bank.
