US Banken schlagen bei Zinsen für Dispokredite weiter zu
Während die Anleger international mit immer schlechteren Zinskonditionen für ihr Guthaben beim Festgeld konfrontiert werden, zeigen die aktuellen Fakten aus den USA einmal mehr, dass die Banken ihrerseits durchaus ordentlich abkassieren.
Das Problem zu hoher Zinsen für Dispositionskredit-Zinsen ist auch hierzulande für Verbraucherschützer ein erhebliches Dilemma. Denn während die Zinsen für Kredite entsprechend den Leitzins-Vorgaben der Europäischen Zentralbank nur schrittweise angepasst werden, halten viele Banken bei den Zinssätzen für die Dispokredite noch immer ordentlich die Hand auf. Doch die Lage in den USA präsentiert sich weitaus schwerwiegender.
Dies wird deutlich, wenn man sich die Mühe eines Vergleichs der aktuellen Zahlen und der Konditionen aus dem Jahr 2000 macht. Inzwischen liegen die Gebühren für die Kontoüberziehung in den USA beinahe doppelt so hoch wie damals. Als Grund definieren die Kritiker dieser Kreditpolitik den hohen Kapitalbedarf bei den Banken, mit dem sie ihre teils miserablen Bilanzen aufbessern wollen.
Allein in den ersten Monaten dieses Jahres erzielen die US-Banken aus den Schulden ihrer Kunden Zinseinnahmen in Höhe von umgerechnet rund 27 Milliarden Euro. Absoluter Rekord bei den Dispozinsen, wie die Experten des Marktforschungsinstitutes Moebs Service in einer aktuellen Studie angeben.
Verglichen mit dem Vorjahr sind die eingeforderten Überziehungszinsen von 25 auf nunmehr 26 US-Dollar pro Kunde gestiegen. Nun wollen Regierung und Bankenaufsicht die Banken möglicherweise zu mehr Kundenfreundlichkeit zwingen.
