Vorsicht bei Festgeld mit langen Laufzeiten
Freudige Gesichter gibt es bei Anlegern mit Interesse für Festgeld ohnehin nur noch selten. Zu oft spielen sich die Angebote inzwischen rund um die Zwei-Prozent-Hürde ab.
Schuld daran ist in erster Linie die Senkung des Leitzinses vor wenigen Wochen, und schon morgen steht vermutlich die nächste Anpassung an das wirtschaftliche Niveau bevor. Dementsprechend reizvoll ist es für die sparfreudigen Kunden der Banken, sich auf Jahre hinweg mit Festgeld-Produkten an ein spezielles Modell zu binden.
Mit Laufzeiten unter 12 Monaten ist kaum noch etwas zu verdienen, spätestens die Inflation frisst große Teile der Rendite wieder auf. Schließlich sind so immer wieder deutlich bessere Zinssätze möglich. Zunehmend erhöhen die Banken die Laufzeiten für die wirklich guten Zinsangebote.
Doch genau die Inflation ist es, wovor die Experten in der momentanen wirtschaftlichen Lage warnen. So gut die Aussichten auf gute Verdienste mit Festgeld auch sind. Wer weiß schon so genau, wohin sich die Lage entwickelt und wo der Bankensektor in einem Jahr bereits steht? Aus professioneller Sicht berauben sich die Anleger in dieser Umbruchphase der nötigen Flexibilität, wenn sie für mehr als ein Jahr auf die Verfügbarkeit ihres Kapitals verzichten.
Zuschlagen sollte man daher beim Festgeld nur im Falle herausragend guter Angebote. Doch diese gibt es vielfach nur bei ausländischen Banken, bei denen die Kunden nicht über die deutsche Einlagensicherung in voller Höhe geschützt sind.
